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Japanische Delegation zu Besuch in Kiel

hintere Reihe: Wolfgang Pomrehn (Moderation), Koichi Koike, Doris Lessing (H-Böll-Stiftung), Claudia Bielfeldt (BUND-SH), vordere Reihe: Chiro Tanaka, Lotte Nawothnig, Barbara Kirsch, Akiko Yashido

Authentische und bewegende Eindrücke, wie es sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem havarierten Atomkraftwerk lebt, wie die Behörden sich in ihrer eigenen Hilflosigkeit verhalten, welche Maßnahmen die Menschen ergreifen und was wir hier in Deutschland tun können, um die Energiewende in Japan zu unterstützen:

Am 29. Februar 2012 waren Akiko Yoshida, Anti-Atom-Campaignerin bei Friends of the Earth (FoE) Japan und Koichi Koike, Biolandwirt und Zeitzeuge aus der Präfektur Fukushima, auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung und des BUND in Kiel und haben berichtet.

Herr Koichi Koike lebt im Bezirk Onami in der Präfektur Fukushima, 60 km entfernt vom Unglücksreaktor. Seit mehr als zwanzig Jahren bestellt der Agrarwirtschaftler sein Land nach den Grundlagen der Permakultur. Seine Bilder zeigen die Vielfalt und Schönheit seines Landes, von dessen Erzeugnissen er sich und seine Familie ernähren konnte. Nach dem Reaktorunglück wurde auch seine Region zu einem verstrahlten Hotspot. Die simple Empfehlung der Regierung, die Strahlung einfach abzuspülen, scheiterte schon am Grundsätzlichen: Die Infrastruktur war komplett zerstört und es gab kaum Wasser. Selbst wenn ein Abspülen möglich war, so gelangte das kontaminierte Wasser in den Untergrund und die Strahlung sank nur geringfügig. Zur Dekontamination wurde daher die Erde mit allem, was darauf wuchs, abgetragen, jedoch wurde die Strahlenbelastung nur um 10% reduziert. Für Koichi Koike ist die autarke Versorgung durch die Landwirtschaft nicht mehr möglich und seine Kinder haben deshalb die Heimat verlassen.

Akiko Yoshida war Austauschstudentin in Bonn und ist bei FoE Japan vor allem für die Themen Atom und Energie zuständig. Sie organisiert öffentliche Anhörungen, internationale Anti-Atom-Symposien und Erholungsreisen für Kinder aus der Präfektur Fukushima. Frau Yoshida kämpft in Kooperation mit lokalen Betroffenen für ein besseres Evakuierungsrecht und faire Kompensationen für die Geschädigten sowie für eine angemessene Bewertung der Strahlenbelastung. Außerdem setzt sich FoE für eine Energiewende ein, die den sofortigen Atomausstieg vorsieht und eine schnelle Umorientierung auf erneuerbare Energien. Schon heute laufen nur noch zwei der insgesamt 54 Atomkraftwerke Japans.  Akiko Yoshida bekräftigte, dass internationale Solidarität und Erfahrungsaustausch extrem wichtig sind, um diese Ziele zu erreichen.

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